Seit der Iranischen Revolution sind schon 31 Jahre vergangen. Diese Zeitspanne in der Geschichte des Iran ist die Geschichte von Menschenrechtsverletzungen und brutaler Unterdrückung. Nach der Machtübernahme Khomeinis wurden viele Frauen aus ihren Ämtern entfernt, Studentenproteste niedergeschlagen und die Universitäten für lange Zeit geschlossen.
Grundrechte der Menschen, wie die Versammlungsfreiheit, die Meinungsfreiheit sowie die Presse- und Medienfreiheit werden mit Füßen getreten.
Frauen werden gesteinigt, Schwule gehängt und politisch Oppositionelle gefoltert und
ermordet.
Höhepunkt dieser barbarischen Diktatur war die Hinrichtung mehrerer tausend politischer
Gefangenen im Sommer 1988.
Seit Anfang des Sommers haben wir eine ganz neue Situation im Iran. Mit einem Millionenmarsch protestierte das iranische Volk gegen den Wahlbetrug.
Die Welt war Zeuge eines grausamen Verbrechens des iranischen Regimes, als eine junge unschuldige Studentin namens Neda vor laufenden Kameras erschossen wurde und auf den Boden fiel. Mit offenen Augen, tausenden unbeantwortenden Fragen und einem durchschossenen Herz, blutend aus Mund und Augen, verließ uns Neda.
Die Welt war Zeuge, als im Zuge der Proteste gegen den Wahlbetrug Menschen in das illegale Gefängnis Kahrisak (iranisches „Guantanamo“) gebracht wurden , wo menschenunwürdigen Zustände herrschen, in die Folterkeller verschleppt, gefoltert, vergewaltigt und ermordet wurden.
Die Welt war Zeuge, als unzählige Menschen auf den Straßen und Dächern in Teheran und anderen Städten erschossen wurden, Tausende während der friedlichen Proteste festgenommen wurden, ihnen in Gefängnissen durch Folter Zwangsgeständnisse abgerungen und Massen-Schauprozesse gemacht wurden.
Jetzt stehen wir am Jahresstag der Gründung der Islamischen Republik. Und der Grad der staatlichen Repressionen nimmt zu, der Versuch der Unterdrückung des Protests wird zunehmend blutiger und gefährlicher für die Menschen im Iran. Zur Abschreckung des Volkes wurden in der letzten Woche zwei politische Gefangene hingerichtet und es wurde angekündigt, dass weitere 9 Personen bald hingerichtet werden. Trotz aller Einschüchterungsversuche hat die Grüne Bewegung einen Protestmarsch für den Jahrestag am 11.Februar angekündet.
Nach dem Wahlputsch hat das iranische Regime durch die Unterdrückung der Pressefreiheit und mit Hilfe repressiver Maßnahmen versucht, die Grüne Bewegung zu beseitigen. Acht Monate lang ist dieser Versuch gescheitert
Das Regime will ein neues Schauspiel inszenieren, durch umfangreiche Maßnahmen will es seine eigenen Anhänger in Teheran versammeln.
Der Plan der Machthaber ist einerseits, die millionenstarken Anhänger der Grünen Bewegung daran zu hindern, bis zum Schauplatz der Feierlichkeiten am Azadi-Platz in Teheran vorzudringen, wo Mahmoud Ahmadinejad eine Rede halten wird. Andererseits soll dieses Gebiet mit regierungstreuen Demonstranten gefüllt werden. Außerdem soll auf der kilometerlangen Straße, die in den Azadi-Platz endet, alle 50 Meter ein leistungsstarker Lautsprecher eingesetzt werden, damit keine andere Stimme gehört werden kann.
Um dieses Schauspiel auf die Weltbühne zu bringen, hat das Regime zahlreiche internationale Presseagenturen eingeladen.
Wir machen die Öffentlichkeit (Presseagenturen, Medien, Fernsehsender, Radiosender, Zeitungen, Zeitschriften) eindringlich darauf aufmerksam, dass die Einladung ausländischer Journalisten zur Berichterstattung über den Jahrestag der Revolution am 11. Februar 2010 ein weiterer Teil des Täuschungsmanövers des Regimes ist.
Wie Sie wissen, wurden viele ausländische Journalisten festgenommen und ihnen vorgeworfen, Spione zu sein. Gleichzeitig hat das Regime den meisten internationalen Medien Arbeitsverbot erteilt. Nun benutzt dieses Regime durch die Einladung ausländischer Journalisten gerade diese Medien dazu, der Welt vorzumachen, dass diese Regierung im Volk großen Rückhalt hat.
Wenn Sie in den Iran reisen, vergessen Sie nicht, dass sich 45 Ihrer iranischen Kollegen im berüchtigten Evin- Gefängnis befinden.
Wenn Sie in den Iran reisen, vergessen Sie nicht, dass Ihr Gastgeber ein freiheitsfeindliches und medienfeindliches Regime ist, das die grundlegendsten Menschenrechte verletzt.
Wenn Sie in den Iran reisen, werden Sie Straßen betreten, an denen immer noch das Blut der besten Kinder des Iran klebt.
Wir appellieren an die Internationale Gemeinschaft und an das Gewissen der Menschen dieser EINEN Welt, nicht zu schweigen. Schweigen bedeutet die Anerkennung der Unterdrückung.
Wir bitten Sie, mit Ihrem Engagement ein starkes Zeichen zu setzen und die Menschen im Iran zu unterstützen, die sich friedlich aber entschlossen für Freiheit und Demokratie einsetzen und damit ihr Leben gefährden.
Gemeinschaft zur Unterstützung für die Rechte aller IranerInnen - Wien
Junge Grüne Bewegung in Wien
Wien 7. Februar 2010